Menorca – Tag 4 – Fornells
Den morgendlichen Ablauf müssen wir noch etwas trainieren. Da wir gestern erst spät zurück waren, geht es heute nur schwerlich aus dem Bett. Mittlerweile folgen wir keinem konkreten Plan mehr, aber was soll’s. Eigentlich wollte Hannah an „ihrem“ Tag Kajak fahren, aber nach kurzer Abstimmung legen wir das auf den heutigen Tag, so kann ich auch den Leuchtturm nachholen, den wir gestern nicht mehr geschafft haben.
Heute sind die Straßen deutlich voller als gestern, vielleicht liegt es auch daran, dass wir etwas später dran sind als gestern. Es geht auf jeden Fall etwas langsamer voran. Die Route führt uns erstmal wieder nach Es Mercadal. Diese Strecke kennen wir ja mittlerweile fast auswendig. Von dort fahren wir weiter in Richtung Fornells. Die Landschaft ist einfach nur unglaublich schön. Hannah bekommt davon nichts mit, sie schläft wie immer.
In Fornells angekommen, suchen wir einen Parkplatz. Ich hatte zwar bei Google Maps explizit als Ziel einen Parkplatz eingegeben, als er uns jedoch kurz vor dem Ziel nach links schicken will, dort aber abgesperrt ist und Tische von Restaurants aufgebaut sind, suchen wir auf eigene Faust.
Einen Kajakverleih hatten wir bei unserer Parkplatzsuche bereits entdeckt und wir begeben uns direkt dort hin. Wir haben die Wahl zwischen einer Stunde à 10,00 Euro/Person oder 4 h für 30,00 Euro/Person. Der ganze Tag wäre natürlich auch möglich, kommt für uns aber nicht in Frage. Über eine geführte Tour hatte ich nachgedacht, die müsste man aber im Vorfeld buchen und beinhaltet auch Schnorchelpausen. Wir wollen jedoch jetzt einfach nur etwas Kajak fahren und da wir nicht sehr geübt darin sind, sollte eine Stunde erstmal reichen.
Hannah und ich steigen in unser Kajak und haben zu Beginn erstmal leichte Manövrierschwierigkeiten. Auf dem Meer ist doch etwas schwieriger mit dem leichten Wellengang als im Spreewald. Nach kurzer Zeit haben wir es jedoch raus. Jetzt müssen wir nur noch auf Micheal warten, der erstmal beim Einsteigen das Umkippen geübt hat. Dann geht es zwischen den kleineren und größeren Booten in Richtung offenes Meer.
Es ist auf jeden Fall anstrengend gegen den leichten Wellengang, wenn ein größeres Boot vorbeifährt sind auch die Wellen höher, aber wir halten uns tapfer. Neben uns kentert ein Kajak, dieses gehörte offenbar zu der geführten Tour, es ist zumindest eine größere Gruppe. Wir nehmen jedoch einen anderen Kurs entlang der Küste, nach gefühlter Halbzeit wenden wir.
Ich habe gerade etwas mit der Kamera zu tun und Hannah ist auch nicht sehr aufmerksam, plötzlich ist Michael im weg. Bremsen geht so schnell natürlich nicht und so rammen wir ihn seitlich – das Kajak kippt um und Michael ist zum dritten Mal im Wasser. Im tiefen Wasser ist es jedoch nicht so einfach wieder einzusteigen und es braucht ein paar Anläufe, mit vereinten Kräften schaffen wir es jedoch.
Jetzt aber schnell zurück! Die Rückfahrt ist dann ohne weitere Vorkommnisse, es sind nur deutlich mehr Boote auf dem Wasser unterwegs und man muss ganz schön aufpassen, was die alle so treiben. Wieder am Steg angekommen, will Michael sich „rächen“, fällt dabei aber selber wieder ins Wasser – wir kommen ohne eine Landung im Wasser davon.
Nachdem alles abgegeben ist, wollen wir noch etwas trocknen und genehmigen uns ein Eis dabei. Dann geht es jedoch noch immer recht nass zum Auto zurück. Handtücher auf den Sitzen müssen es tun. Zu Fornells gehört der Strand von der Bucht Tirant. Das ist unser Badeziel für heute. Diese Bucht stand zwar nicht unbedingt auf meiner ToDo-Liste passt aber perfekt in den heutigen Plan.
Bevor wir dort hinkommen, irren wir noch etwas in der riesigen Ferienanlage herum. Die ist jedoch aber recht nett gemacht. Kein riesiges Hotel, sondern eher Reihen von kleineren Häusern, ähnlich zu unserem Hotel. Da etwas weiter oben auf dem Felsen gelegen, mit herrlichem Blick auf die Bucht. Nachdem ein Parkplatz am sehr vollen Straßenrand gefunden ist, laufen wir runter zum Strand. Auch hier gibt es einen kleinen Vorstrand, an dem Hannah bleiben möchte. Der ist aber recht voll und der Sand gar nicht schön. Also gehen wir über die Holzplanken treppauf und wieder ab zum eigentlichen Strand.
Man hätte übrigens auch am anderen Ende der Bucht parken können, dann wäre Laufweg etwas kürzer gewesen, bei Google Maps sah dies jedoch etwas weiter aus…
Ich bin verwundert, dass dieser so leer ist, dafür dass hier eine riesige Ferienanlage steht. Sind die Leute alle lieber am Pool? Naja egal, gut für uns. Wir bleiben wieder gleich ganz vorne und haben so die Möglichkeit bei den Felsen zu schnorcheln. Nachdem unser Stranddomiziel aufgebaut ist und Michael beim Auto nochmal die Sonnencreme holen war, geht es ab ins Wasser. Die Bucht sieht unglaublich aus! Da der Strand seeeeehr flach abfällt, ist das Wasser in ufernähe eher weißlich und geht in ein herrliches Türkis über bevor es dunkelblau wird.
Wir laufen und laufen und sind dennoch nur mit den Waden im Wasser. Ich komme mir vor wie am Balaton. An den Felsen gibt es jedoch wirklich viele Fische zu sehen, also schnorchel wir hier eine Weile und die Kamera begleitet uns.
So genießen wir den ruhigen Nachmittag mit Schnorcheln und Chillen im Schatten des Strandzeltes. Es fühlt sich wie Urlaub an!
Heute packen wir jedoch bereits gegen 17:00 Uhr zusammen, da wir den Leuchtturm heute unbedingt schaffen und davor noch etwas essen wollen. Michael hat bereits bei der Anfahrt ein Restaurant mit dem Namen Es Cactus erspäht – er möchte gerne heute Pizza. Hier gibt es neben Pizza auch (italienische) Nudelgerichte. Wir sind etwas überrascht, dass es viele Optionen auch in vegetarisch gibt, so zum Beispiel die Lasagne, Canneloni usw.
Wir bleiben mit Hannah jedoch bei der Pizza Magherita, die ist ganz okay, man kann sich nicht beschweren. Michael entscheidet sich bei der unerwarteten Auswahl dann doch für eine Lasagne und ist damit auch sehr glücklich, von der Pizza bekommt er natürlich trotzdem etwas ab!
Dann geht es aber auf zum Leuchtturm, wir wollen nicht zu spät sein. Ich bin mir nicht sicher, wie weit wir mit dem Auto rankommen. Der bei Google Maps mit „Faro de Cavalleria“ benamte Parkplatz ist gut 40 Fußminuten vom Leuchtturm entfernt. Als wir jedoch vor Ort kommen, geht es jedoch zum Glück per Auto weiter. Der erste Parkplatz gehört zu dem Strand – der wäre überigens auch sehr schön gewesen.
Einen Abstecher machen wir nicht, auch halten wir zwischendurch nicht an, obwohl die Landschaft mit wunderschönen Fotomotiven lockt – aber die Priorität liegt heute auf dem Leuchtturm, ich möchte da kein Risiko eingehen!
Am Parkplatz angekommen, finden wir gerade noch ein Plätzchen, es ist sehr voll – ich hätte es wissen müssen. Scharen von Menschen gruppieren sich um den Leuchtturm, obwohl diese sich sicherlich eher für den Sonnenuntergang interessieren und auf den Felsen Platz nehmen. Wir schauen uns derweilen etwas um und ich suche mir einen guten Platz für das Stativ. Leider sind Wolken am Horizont und die Sonne dahinter. Demzufolge ist das Licht nicht wie gewünscht. Mit etwas Geduld kommt die Sonne nochmal kurz vor und ich bekomme mein Bild.
Den Sonnenuntergang warten wir nicht ab, denn die Sonne verschwindet bereits wieder hinter Wolken. Somit wird das nichts mit dem rötlichen Licht auf dem Leuchtturm – so ist es halt.
Da wir noch eine gute Stunde bis zum Hotel zurück brauchen, kommen wir dann doch erst wieder kurz vor 22:00 Uhr an und fallen müde nach einer Dusche ins Bett…
